Geburtstagsvorbereitungen

18. Juni 2018
Lena Muskat (Lena)

Fünf Jahre gibt es uns nun schon. Fünf tolle, einzigartige Jahre, in denen so viel passiert ist. "Das muss doch gefeiert werden!"
Ja, wir hatten den gleichen Gedanken und haben deshalb zwei Jubiläumskonzerte in Ulm geplant.

Die Planungen dafür haben bereits 2017 begonnen. Parallel zur Buchung der Konzertstätten fand im Winter die Liederwahl statt. Jeder konnte Lieder vorschlagen (die ein gewisses Genre erfüllten, immerhin sind wir ein A-Capella-POP-Chor) worüber dann abgestimmt wurde. So schafften es beispielsweise Lieder wie „No roots“ oder „Man in the mirror“ in das Probenrepertoire. Aber das sind nur zwei Beispiele von vielen (wir wollen ja nicht zu viel verraten …) Heißt also im Klartext: Üben, üben, üben.

„Noch 16 Wochen bis zum Jubiläumskonzert“, hieß es im Februar. Viel Zeit – dachten wir. Allerdings stand Mitte April das gemeinsame Konzert mit dem Musikwerk Stuttgart in der Liederhalle an. Hierfür haben wir bereits fleißig geprobt und einige Neuheiten vortragen können. Nur rund eine Woche später ging es ins Probenwochenende nach Sigmaringen. Hier konnten wir intensiv an den bis dahin noch nie gesungenen Liedern üben. Drei Tage singen bis zum Umfallen.

Ich persönlich konnte nicht dabei sein. Umso beeindruckender war für mich die nächste Probe. Ich hatte mehrere Lieder noch nie gesungen, hatte nur die Noten zu Hause und eine Klaviertonaufnahme wie es zusammen klingen sollte. Wir stimmten ein Lied an, das zu meinen absoluten Highlights gehört. Der Chor war so geübt und durch das ProWo so sicher, dass ich leicht mit einsteigen konnte und übers ganze Gesicht strahlte, weil es einfach episch klingt. Etwas schwieriger wurde es beim zweiten, mir unbekannten Lied und eh ich mich versah, war die Probe bereits eine halbe Stunde überzogen und wurde beendet.

Bis vor wenigen Monaten habe ich noch in Ulm gewohnt, aufgrund einer geschäftlichen Chance musste ich meinen Wohnort allerdings in den Schwarzwald verlegen. Leider schaffe ich es seither viel seltener in die Probe, als mir lieb ist. Doch warum die zwei Stunden Heimfahrt nicht weiter zum üben nutzen?
Uns stehen sogenannte Übungsdateien für alle unsere Lieder zur Verfügung, was uns erlaubt, auch außerhalb der Proben an unseren jeweiligen Stimmen zu arbeiten. Was auch nötig ist. Man kann nicht sieben neue Lieder in acht Proben von je zwei Stunden lernen - auch wenn wir dieses Zeitlimit regelmäßig überschreiten. Eigeninitiative ist gefragt.
Also zack – Handy mit Auto verbunden und schon begleiten mich die gespielten Noten meiner Altstimme verschiedenster Lieder nach Hause.

Die meisten unserer Sängerinnen und Sänger sind Studenten und müssen zwischen Klausuren und Lernen irgendwie Zeit zum Proben finden. Ich selbst arbeite im Rettungsdienst. Ist unsere Wachenarbeit erledigt und steht kein Einsatz an, dürfen wir unsere freie Zeit selbstgestalten. Also nutze ich auch hier die einsatzfreie Zeit um immer wieder in meine Noten rein zuhören. Meine Kollegen kennen das inzwischen schon. Irgendwann zieh ich mich zurück, steck mir die Ohrstöpsel ins Ohr, hole meinen Notenordner hervor und gehe die Lieder leise durch, bis mich der Melder zum nächsten Einsatz ruft.

Auch Zuhause übe ich hin und wieder, bis meine bessere Hälfte es nicht mehr hören kann und genervt sagt: „Gibt’s noch was anderes als Singen!?“ Naja, ganz unrecht hat er nicht. So langsam sollte ich mir Gedanken über's Outfit machen. Rock oder Hose? Lang- oder Kurzarm? In welchen Schuhen kann ich lange stehen und trotzdem mitgrooven?

Je näher die Konzerte rücken, desto eher versuche ich die Noten wegzulassen und mit einem Mal macht es klickt und das Lied sitzt. In der Probe merke ich dann, wie gut alles klappt, aber auch wo ich mich noch steigern muss und was ich bis jetzt übersehen habe. Es geht eben nicht ohne Probe, ohne die anderen Sänger/innen deiner Stimme und auch nicht ohne Chorleiter, der dir den korrekten Einsatz gibt.
Aber ich merke auch, wie mich die Vorfreude packt, wie viel Lust ich habe, endlich auf der Bühne zu stehen und den Zuschauern zu zeigen, woran wir gearbeitet haben, was aus uns nach fünf Jahren geworden ist. Lust zum Feiern, denn wir feiern mit unseren Zuschauern unseren fünften Geburtstag. Wir sind Feuer und Flamme! Alle miteinander. Wir wollen weiter. Mehr erleben, nicht aufgehalten werden! Daher unser Jubiläumsmotto ganz im Sinne von Queen: Don't Stop us Now!

Was gibt es da noch mehr zu sagen als: Happy Birthday Choriosity!!!